Ein Mediationsverfahren ist im Gegensatz zu einem Gerichtsprozess ein flexibles Verfahren. Den Ablauf einer Wirtschaftsmediation bestimmen einerseits die Bedürfnisse der Parteien und andererseits das Einigungsziel. Die Teilnahme an diesem Verfahren ist während des ganzen Verfahrenszeitraumes freiwillig.
Die Wirtschaftsmediation ist eng mit dem wirtschaftlichen Alltag verbunden. Wirtschaftliche Kompetenz sollte den das Mediationsverfahren durchführenden Experten (Mediator) auszeichnen. Da der Mediator keine anerkannte Berufsbezeichnung ist, sollten sich seine Kompetenzen aus speziellen Qualifizierungen und Zertifikatslehrgängen ergeben. Diese Lehrgänge führt beispielsweise die Industrie- und Handelskammer durch.
Die Aufgabe des neutralen Mediators ist es beide Parteien zu unterstützen, damit diese zu einer beiderseits einvernehmlichen Lösung gelangen. Sind die Parteien von ihrem Mediator überzeugt, gelingt es ihm eher für beide Seiten annehmbare Verfahrensvorschläge zu unterbreiten. Über die Vorschläge stimmen die Parteien jede für sich ab.
Bei einem gerichtlichen Verfahren oder einem Schiedsverfahren ist eine Schlichtung in etwa vorgezeichnet, weil ein Dritter den Parteien die Entscheidung in der Streitsache aus der Hand nimmt. Bei der Wirtschaftsmediation geht es darum, die Parteien mit Unterstützung des Mediators zu befähigen, in Eigenverantwortung eine Einigung auszuhandeln.
Vom Gerichts-, Schlichtungs- und Schiedsverfahren unterscheidet sich die Wirtschaftsmediation dadurch, dass die Bewältigung der Vergangenheit nur ein Zwischenschritt ist. Vielmehr geht es um eine dauerhafte zukünftige Lösung, die die Grundlage für gute Beziehungen bilden wird.
Wenn es dem Mediator gelingt zwischen beiden Parteien Vertrauen zu schaffen, werden die trotz des Streites vorhandenen Interessen den Einigungsprozess unterstützen. Es geht nicht wie bei Gericht um eine Entscheidung, die einen Sieger und einen Verlierer hervorbringt. Die Einigung im Rahmen einer Wirtschaftsmediation soll eine Weiterführung der geschäftlichen Beziehungen für beide Parteien akzeptabel machen.
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geschrieben von biancabul on November 2, 2011
